Was ist eine Bienenweide?
Die Bienenweide braucht keinen Zaun. Sie befindet sich überall dort, wo Bienen ihre Nahrung finden, also auch in Deinem Garten oder auf Deinem Balkon. Bienenweide nennen Imker alle Pflanzen, die besonders viel Futter in Form von Pollen und Nektar für Bienen bieten.
Eine Bienenweide bietet nicht nur für Bienen Futter und Nistplätze, sondern auch für verschiedene andere Nützlinge. Der Pflegeaufwand ist minimal, denn das Ziel der bienenfreundlichen Blumenwiese ist es, der Natur freien Lauf zu lassen. Die Zeit, die Du dadurch gewinnst, kannst Du dazu nutzen, das Treiben in Deiner Bienenweide zu beobachten.

Warum Bienenweide anlegen?
Bienen sammeln fleißig Nektar und bestäuben Blüten. Sie sind wirtschaftlich und ökologisch die bedeutendsten Insekten, da sie über 80% der Nutzpflanzenarten im Freiland bestäuben.
Neben der Honigbiene gibt es über 500 heimische Wildbienenarten. Schon eine kleine Fläche als Bienenweide reicht, damit die Bienen das ganze Jahr über Futter, Ruhe- und Nistplätze finden. Auch wenn Du einen kleinen Garten hast, steht Deiner bienenfreundlichen Blumenwiese also nichts im Weg.
Bienen mögen besonders Blühpflanzen, die bunt sind und gut duften – Deine Wiese macht also auch optisch was her. Wenn Du eine Bienenweide anlegen willst, förderst Du damit auch andere Insekten wie Marienkäfer, Schweb- oder Florfliegen. Diese ernähren sich ebenfalls von Nektar und Pollen.
Bienenweide anlegen: So geht's
Bienen brauchen vor allem von Anfang Frühling bis in den späten Herbst hinein ausreichend Nahrung. Doch im Frühjahr und Herbst fällt es ihnen immer schwerer, blühende Pflanzen zu finden. Wenn Du eine Bienenweide anlegen willst, brauchst Du die passende Blumensamenmischung.
Eine gute Saatmischung sollte...
- ...verschiedene Pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, enthalten.
- ...möglichst aus heimischen Pflanzen bestehen, damit die Bienen sie auch anfliegen.
- ...kleine und große Blühpflanzen enthalten, die gut zusammen wachsen.
Pflanzen, die sich als Saatgut für eine Bienenweide eignen, sind beispielsweise: Kornblumen, Ringelblumen, Mohn, Borretsch, Sommerraps, Hornklee, Margerite und Weißklee. Deine Bienenweide säst Du am besten von März bis Mai.
Deine Bienenweide säst Du am besten von März bis Mai, also im Frühjahr nach denm letzten Frost.
Suche zuerst einen geeigneten Standort für Deine Bienenweide. Wie groß die Fläche für Deinen Bienenweide sein soll, entschiedest Du selbst. Das solltest Du bei der Auswahl allerdings beachten:
- Möglichst sonnige Lage – egal, ob im Garten oder auf dem
. - Recht magerer, nährstoffarmer Boden.
- Weg einplanen bei sehr großer Bienenweide
Schritt 1: Ausgewählte Fläche für Bienenweide vorbereiten
- Grasnarbe entfernen, damit die Blumensamen gegen den Rasenwuchs ankommen.
- Fläche umgraben und Pflanzenreste entfernen.
- Reche die Erde, damit sie feiner wird.
- Vor der Aussaat kannst Du dem Beet ein bis zwei Tage Zeit geben, um sich zu setzen.
Schritt 2: Bienenweide aussäen
- Saatgutpackung vor dem Aussäen schütteln, damit sich die einzelnen Samen gut durchmischen.
- Vermenge dann das Saatgut mit Sand. So lässt es sich besser ausbringen und Du siehst besser, wo Du schon gesät hast.
- Harke die Samen leicht in die Erde ein (ca. 1 cm tief) und achte darauf, das Saatgut nicht zu dicht auszustreuen.
Schritt 3: Bienenweide angießen
- Gieße nach dem Ausstreuen ausgiebig mit Wasser.
- Achte in den folgenden Wochen darauf, dass Du Deine Bienenweide immer regelmäßig gießt und feucht hältst.
- Dabei solltest Du die Bienenweide möglichst nicht betreten.
- Setze keine Insektizide auf Deiner Bienenweide und in ihrer unmittelbaren Umgebung ein.
Bienenweide im Winter
Bevor Du zum Radikalschnitt an Deiner Bienenweide ansetzt, lass sie lieber als Winterquartier stehen. Warum?
- Insekten und kleine Säugetiere nutzen Deine Bienenweide gerne zum Überwintern.
- Manche Pflanzen verlieren ihre Samen erst im Winter.
Tipp: Wenn Du im nächsten Jahr wieder eine Bienenweide willst, schüttle im Frühjahr die Pflanzen nochmal gut aus, damit alle Samen wieder in den Boden kommen. So kann eine neue Bienenweide entstehen.
Bienenfreundlichen Balkon anlegen
Eine Bienenweide kannst Du auch in Blumenkästen oder Blumenkübeln auf Deinem Balkon anlegen. Wichtig bei der Aussaat auf dem Balkon ist, dass Du die Bienenweide windgeschützt platzierst.
Du willst mehr auf Deinem Balkon pflanzen als bienenfreundliche Samenmischungen? Es gibt jede Menge Balkonpflanzen und Kräuter, die sich für die fleißigen Helfer eignen. Stell dann am besten noch eine Bienentränke als Rastplatz und Wasserstelle bereit.
Pflanzt Du die Pflanzen in unserer Liste in verschiedene Blumenkästen, Blumenampeln oder Pflanzregalen, gönnst Du den Bienen einen echten Gaumenschmaus:
| Kräuter | Blumen |
|---|---|
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Bienenfreundlichen Garten anlegen
Du willst einen bienenfreundlichen Garten anlegen? Gute Entscheidung. Damit hast Du schöne Blumen und stärkst gleichzeitig die Artenvielfalt.
Wichtig: Such Dir Pflanzen aus, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, um eine möglichst lange Blütezeit sicherzustellen. Du findest bienenfreundliche Pflanzen nicht nur im Blumenbeet, sondern auch im Gemüse- oder Kräuterbeet oder unter den Sträuchern und Stauden.
Achte darauf, zu ungefüllten Blüten zu greifen, da diese ertragreicher für Bienen sind. So kannst Du Deinen kompletten Garten das ganze Jahr über zur Bienenweide machen.
| Frühling | Sommer bis Herbst |
|---|---|
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Bienenweide anlegen: Tipps
Dank Bienenweide tummeln sich mittlerweile Bienen, Hummeln und andere Insekten in Deinem Garten.
Stell Dir ein Insektenhotel zu Deiner Bienenweide in Deinem Garten oder auf Deinen Balkon. Insektenhotels sind Nisthilfen und schützen Insekten vor Vögeln und der Witterung.
Bienen, Wespen, Marienkäfer und weitere nützliche Käfer können in Deinem Insektenhotel überweintern. Sie befüllen es mit Nahrung und platzieren dann Eier. Wildbienen nutzen Insektenhotels gerne als trockenen Schlafplatz. Du findest Insektenhotels in unterschiedlichen Größen für Deinen Balkon oder Garten.
Kein Staat, keine Gefahr
Die Bienen oder Wespen, die in Deinem Insektenhotel einziehen, leben solitär. Das bedeutet: Sie haben keinen Staat zu verteidigen und sind nicht aggressiv. Sie legen nur einzelne Brutkammern für ihren Nachwuchs an.
Eine Bienenweide ist sehr pflegeleicht. Generell gilt: Lass Deiner Bienenweide freien Lauf. Die Natur darf sich ausbreiten. Wie die Wiese aussieht ist daher Deine Entscheidung. Um sie lange zu erhalten, solltest Du trotzdem ein paar Dinge beachten
- Gießen: Die Pflanzen ziehen sich ihre Feuchtigkeit aus dem Boden. Daher musst Du sie nur in den ersten Wochen nach dem Anlegen gießen – danach nicht mehr.
- Mähen: Du solltest Deine Bienenweide nicht zu oft mähen. Zweimal im Jahr reicht aus. Die abgemähten Pflanzenreste kannst Du noch eine Weile liegen lassen, dass sich die Samen noch weiter verbreiten können.
- Düngen: Dünge Deine Bienenweide nicht! Nährstoffarme Böden sind für die meisten Wildblumen am besten geeignet.
Bienenweide anlegen: Keine Chemie!
Chemie ist auf Deiner Wiese tabu! Bienenweiden sollen natürlich, heimisch oder vor allem frei von Pestizden oder chemischen Mitteln sein. Diese können die Bienen und andere Tiere schwächen und sogar töten.
Du hast Schädlinge auf Deiner Bienenweide, die Du unbedingt loswerden willst? Dann greife zu natürlichen Hausmitteln. Außerdem: Die Larven der Insekten, die Du mit Deiner Bienenweide versorgst, vertilgen massenhaft Schädlinge wie Blattläuse.
Damit Du lange etwas von Deiner bunten bienenfreundlichen Wiese hast, kannst Du eine mehrjährige Bienenweide mit mehrjährigen Pflanzen säen (z. B. Stockrosen, Astern, Lavendel, Fingerhut, Ringelblumen, Schwertlilie, Ringelblumen).
Auch, wenn die oberflächlichen Pflanzen im Winter absterben oder nur ein Jahr überleben, verteilen sie ihre Samen. Dadurch vermehren sie sich und Du bekommst jedes Jahr eine neue Bienenweide.
Tipp: Die meisten Samenmischungen für bienenfreundliche Blumenwiesen enthalten bereits mehrjährige und heimische Wildblumen.
Bienen brauchen mehr als nur Nahrung durch die Pflanzen auf Deiner Bienenweide, sondern auch ausreichend Wasser. Mit einer Bienentränke kannst Du Bienen und ihren Larven das bereitstellen. Das ist besonders in heißen Sommern und in Städten mit wenigen natürlichen Quellen wichtig.
Dafür werden in einer flachen Schale Steine, Holzstücke und Pflanzen als sichere Landeplätze platziert, mit Wasser gefüllt und an einen sonnigen Standort gestellt. Regelmäßig Wasser nachfüllen und reinigen – fertig. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir genau, wie Du eine Bienentränke selber bauen kannst:
Schmetterlingsgarten anlegen
Damit auch Schmetterlinge ihre Arbeit gut verrichten können, kannst Du auch ihnen bei der Nahrungssuche helfen. Schmetterlinge sind etwas anspruchsvoller als Bienen. Aber auch sie bevorzugen ungefüllte Blüten. Im Sommer finden Schmetterlinge meistens problemlos Nahrung. Im Frühling und im Herbst ist das schwieriger.
Vor allem die Raupen der Schmetterlinge sind gefährdet. Denn Raupen mancher Arten ernähren sich nur von einer bestimmten Pflanze. Wächst diese kaum noch, fehlt der Raupe – und damit dem Schmetterling – die Nahrungsgrundlage.
Mit diesen Pflanzen lockst Du die Schmetterlinge in Deinen Garten und bietest Raupen Nahrung:
| Frühjahr | Sommer bis Herbst | Pflanzen, speziell für Raupen |
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Bienenweide: häufige Fragen
Wenn Du eine Bienenweide anlegen möchtest, ist der beste Zeitpunkt im Frühjahr von März bis Mai.
Ja, es gibt winterharte Bienenweiden. Hierzu zählen unter anderem Aster, Duftnessel, Eisenkraut, Fetthenne, Goldrute, Johanniskraut, Katzenminze, Kornblume, Kugeldistel, Lavendel, Lungenkraut, Schafgarbe, Schneeflockenblume, Sonnenauge, Sonnenbraut, und Sonnenhut.

































